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Ausblick auf künftige Forschungen

Die Höhlenbären der Conturines

Vergleich der Evolutionsniveaus der Höhlenbären aus der Conturineshöhle und der gut datierten Höhlenbären aus der Herdengelhöhle.
Die Knochen aus des basalen Fossilschicht (380 bis 430 cm unter null) stammen aus der Riß-Kaltzeit, die Sinterdecke mit schönen Stalagmiten wahrscheinlich aus der Riß-Würm-Warmzeit, die darüber liegenden fossilreichen Schichten aus dem Frühwürm und aus der "Ramesch-Warmzeit". Im Vergleich zur Ablagerungsgeschwindigkeit verlief die Evolution des P4 zuerst überaus rasch, im Früh- und Mittelwürm viel langsamer.
Die Conturinesbären dürften viel jünger als 111.000 Jahre sein und älter oder gleich alt wie die mit 66.000 Jahren datierten Knochen.

Den Ergebnissen der chemischen und physikalischen Analysen der Fossilen und des Sinters sehen wir mit großer Spannung entgegen.

Von den absoluten Altersbestimmungen der Knochenreste wird es auch abhängen, ob weitere Grabungen in der Conturineshöhle stattfinden sollen.

Bisher konnten hier keine Spuren des steinzeitlichen Menschen gefunden werden, was dem bis vor kurzem geschätzten Alter von über 100.000 Jahren angelastet wurde, weil die menschlichen Hinterlassenschaften aus diesem Zeitraum allgemein sehr selten sind.

Wenn wir aber die Höhlenbärenzeit der Conturines in eine viel jüngere Epoche (etwa 65.000 bis 50.000 Jahre) vorverlegen müssen, dann wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass der altsteinzeitliche Mensch (vermutlich der Neandertaler) die Conturineshöhle auf der Jagd nach dem Höhlenbären aufgesucht hatte wie andere hochalpine Bärenhöhlen, aus denen in jüngster Zeit typisch gefertigte Steinwerkzeuge zutage kamen (z.B. Salzofenhöhle, Ramesch-Knochenhöhle).

Auch für die Evolution der Höhlenbären und damit für Evolutionsforschung im allgemeinen wird die Conturineshöhle ein wichtiger Fundpunkt bleiben, für die Frage der "hochalpinen Kleinform" hat sie jetzt schon eine Schlüsselposition.

Die Höhlenbären der Conturines

Die Biwakschachtel hinter der ersten Absperrung.

Auch jeder Quartärgeologe, der sich mit der Klimageschichte der Alpen beschäftigt, muss die Conturineshöhle und ihre exponierte Lage in seine Theorien und Klimarekonstruktionen einbeziehen. Mit der Beendigung der ersten Grabungskampagne hat die Erforschung der Conturineshöhle erst begonnen - ein Beginn, der nur durch das Interesse und die Hilfe der einheimischen Ladiner sowie durch die großzügige Unterstützung und Finanzierung von Seiten der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol so zufriedenstellend zustande kam.