Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Berg- und Schutzhütten in Alta Badia

Das Denkmalamt schaltet sich ein

Die Höhlenbären der Conturines

So fand Willy Constamoling diesen Höhlenbarenschädel im Salf di Ces.

In Italien sind nicht nur alle Altertümer, alle antiken und prähistorischen Gebäude und Bodenfunde, sondern auch alle Mineralien und Fossilien gesetzlich geschützt.
Der italienische Staat ist mit dem Gesetz aus dem Jahr 1939 den mitteleuropäischen Ländern im Schutz von Kultur- und Naturgütern weit vorausgeeilt. Erst in jüngster Zeit haben einige deutsche Bundesländer ähnliche Fossilschutzgesetze erlassen.
Das Denkmalamt der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol hat sich mit6 Recht sofort eingeschaltet, als die Kunde von den Knochenfunden an die Öffentlichkeit drang.

Den leitenden Beamten des Denkmalamtes, den Herren Dr. Helmut Stampfer und Dr. Lorenzo Dal Ri, ist es zu verdanken, dass die der Höhle entnommenen Fossilien zum größten Teil zusammengehalten werden konnten.
Freilich ist es sehr schade, dass die Originallage der Bärenreste in der Höhle nur durch einige Fotos dokumentiert ist. Das tut heute niemandem mehr leid als dem Entdecker der Höhle selbst. In ihrer Lage zueinander können die Schädel, Kiefer und Langknochen dem Fachmann viel darüber verraten, ob dieser Fundplatz dem Sterbeort der Höhlenbären entspricht oder ob die Fossilien durch strömendes Wasser verfrachtet und umgelagert worden sind.
Dazu kommt das hochaktuelle Problem der sogenannten "Schädelsetzungen". Darunter versteht man die in einigen Höhlen behaupteten Hinweise eines Jagdzaubers der altsteinzeitlichen Menschen, die in ähnlicher Weise wie die Eskimos und andere arktische Bärenjäger ihrem größten Jagdtier eine magische Verehrung zukommen ließen, indem sie die Schädel der erbeuteten Bären an bestimmten "heiligen Orten" und nach bestimmten Himmelsrichtungen deponierten.
Die berühmtesten dieser Schädeldepositionen sind jene vom Drachenloch bei Vättis in der Schweiz. Ihre Existenz wird von manchen leidenschaftlich abgelehnt, von anderen mit ebenso großer Leidenschaft verteidigt.
In der Conturineshöhle kann man dieser Frage nun nicht mehr nachgehen. Nach den vom Entdecker aufgenommenen Farbbildern, aber auch nach den später bei den Grabungen erzielten Befunden sind die Schädel der Conturinesbären umgelagert und verfrachtet worden, so dass der Schaden in dieser Hinsicht als nur gering einzustufen ist.