Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Der Sintergang

Die Höhlenbären der Conturines

Grundriß der Conturineshöhle. Vermessen und gezeichnet: Doris Nagel und Thomas Kühtreiber Graphische Ausgestaltung: Norbert Frotzler.

Bei den Blöcken des Dohlennestes wurde die zweite Absperrung aus massivem Schmiedeeisen errichtet. Gleich nach Passieren der Gittertüre steigt der Gang steil an.

Der Boden zwischen den herumliegenden Blöcken ist glatt und rutschig. Sinter bedeckt den Boden: Fein geschichteter, gut kristallisierter Kalzit liegt meterdick über der eigentlichen Höhlensohle aus Dolomit. Die schwer auf dem glatten Boden liegenden Steine sowie der nasse Sand dazwischen ermöglichen ein sicheres Bergansteigen bis zum großen Deckensturz. Wuchtige Blöcke müssen nur überklettert werden, der glitschige Fels erfordert Vorsicht. Oberhalb der Blöcke steigt der schwarzgefärbte Sinterboden nun steil an, so steil, daß die Reibungsgrenze der Schuhsohlen fast erreicht wird.

Die Höhlenbären der Conturines

Querprofil des Sinterganges im Bereich des Deckensturzes. Das fast rechteckige Profil wird durch parallel verlaufende Klüfte verursacht.

Während der Grabung wurde daher hier ein Halteseil gespannt, das ein rasches Auf- und Absteigen auch mit schwerem Gepäck zuließ.
Nach der steilsten Passage kippt der Boden jäh in die Horizontale um. Wir stehen im Salf di Ces - in der Schädelhalle. Hier hatte Willy Costamoling die meisten freiliegenden Schädel und ganzen Knochen angetroffen. Der Eingang zu dieser Halle wird von einer plumpen Tropfsteinfigur "bewacht", die wir daher "La Vardian" (Wächter) getauft haben.
Der Boden der Schädelhalle ist glatt wie ein gegossener Estrich, die Dicke des Sinters beträgt hier fast zwei Meter.

Die Spuren der Grabungen und der Bohraktion sind hier überall zu erkennen.

Über Blockwerk steigen wir nur wenige Meter hinauf in die große Halle, die nur mit guten Lampen ausgeleuchtet werden kann. Gebannt stehen wir vor dem schönsten Schaustück, das die Höhle bietet. Eine fast zehn Meter hohe Tropfsteinfigur ("La Raïeta") von erlesener Schönheit baut sich in mehreren Stockwerken auf; sie beherrscht die ganze Halle: Wir haben sie nach dem sagenhaften Juwel der Fanesleute "Raïeta" getauft.

Die Höhlenbären der Conturines

Fein geschichteter Bodensinter bei der Tropfstelle unterhalb des Salf di Ces.

Eine zweite, fast ebenso schöne Tropfsteinbildung finden wir in der südseitigen Fortsetzung des Gran Salf, der Großen Halle. Allerdings ist hier eine nicht ganz leichte Kletterstelle von sechs Metern zu überwinden, um den letzten Winkel zu erreichen: die Kaskadenhalle. Herrlich gefärbte Sinterfiguren türmen sich hier übereinander und verschließen die Schlusswand. Ein Weiterweg, der zwischen den übereinandergeschichteten Blöcken hinter die Kaskadenwand führen könnte, wurde nicht gefunden.

Wir sind nun ungefähr eine halbe Stunde vom Eingang bis zur Kaskadenwand heraufgestiegen und haben dabei nur 200 Meter Ganglänge bei einem Höhenunterschied von 70 Metern zurückgelegt. Verglichen mit den viele Kilometer langen Höhlen der Nördlichen Kalkalpen, hat die Conturineshöhle nur bescheidene Dimensionen. Durch ihre Lage, ihren Fossilreichtum und den Sinterschmuck ist sie jedoch völlig einzigartig.

Die Höhlenbären der Conturines

Längsschnitt durch die Conturineshöhle. Zweifach überhöht,
d.h., die vertikale Ausdehnung der Höhle ist doppelt so groß
gezeichnet wie die horizontale.

Die Höhlenbären der Conturines

Die plumpe Sinterfigur des Vardian
(Wächters) am Eingang zum Salf di Ces.