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Die Grabungen in der Conturineshöhle

Die Höhlenbären der Conturines

Grabungsplan im Bereich der Grabungsstelle 1 (Schädelhalle).

Die Quadrate entsprechen je einem Quadratmeter (= Grabungsquadrant), der durch eine Buchstaben-Ziffern-Kombination festgelegt ist.
Die bis zum Sommer 1989 gegrabenen Quadranten (H- bis L-Streifen) wurden bis zum Sinter abgegraben.
Die Mächtigkeit der Dolomitsandes nimmt nach vorne rasch ab, so dass im Bereich der Quadrantenstreifen G bis A nur mehr wenige Zentimeter Sand auf dem Sinter liegen.

Schon knapp ein Jahr nach der Entdeckung fand die erste wissenschaftliche Grabung statt. Die Eile war berechtigt, ja notwendig. Die Conturineshöhle war nur provisorisch verschlossen und daher höchst gefährdet, von Raubgräben und Tropfsteindieben geplündert zu werden.

Es ist bewundernswert, wie rasch in Südtirol Entscheidungen getroffen, bürokratische Hürden übersprungen und Finanzmittel bereitgestellt werden konnten. Einer grundsätzlichen Besprechung im Winter 1988 im Denkmalamt der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol folgte schon im Juni desselben Jahres eine Begehung der Höhle, bei der alle zuständigen Behörden und Institutionen (Denkmalamt, Naturparkverwaltung, Forstverwaltung, Institut für Paläontologie der Universität Wien) vertreten waren sowie der Höhlenentdecker Willy Costamoling. Wegen des langen Höhlenzustieges hielten wir es für sinnvoll, ein Biwak in der Höhle einzurichten. Weiteres war eine Stromversorgung und eine Lichtleitung zu installieren. Um die eigentliche Grabungsausrüstung hatte sich unser Institut zu kümmern, was wegen unserer vieljährigen Grabungspraxis in kalkalpinen Höhlen leicht zu erfüllen war.

Die erste Grabungskampagne wurde dann für die erste Septemberhälfte angesetzt und war für zwei Wochen geplant. Als wir am 28. September anreisten und abends bei der Faneshütte eintrafen, waren wir doch etwas skeptisch, ob alles so funktionieren würde, wie wir uns das gedacht hatten. Wir sahen uns schon die schwere Ausrüstung stundenlang über steile Schutthalden hinaufschleppen, weil der Hubschrauber nicht kommt oder wesentliche Dinge vergessen worden waren. Dann klappte aber alles ausgezeichnet. Um 9 Uhr morgens, am 29. September 1988, kam pünktlich der Hubschrauber und brachte uns und die ganze Ausrüstung in fünf Flügen zur Höhle. Tief beeindruckt vom Flug und der großartigen Landschaft, standen wir vor der Höhle, als das Knattern des Hubschraubers verklang. Zu unserer Überraschung waren alle Vorbereitungen aufs Beste getroffen worden, was wir vor allem dem Organisationstalent von Willy Costamoling zu verdanken haben. In der Eingangshalle war eine grün gestrichene Biwakschachtel aufgestellt, wie sie für die Dolomiten typisch ist: Klappbetten für neun Personen, ein schmaler Tisch und zwei sehr schmale Bänke.

Die Höhlenbären der Conturines

Errichtung eines Standplatzes für das Stromaggregat.

Die Höhlenbären der Conturines

Zimmermannsarbeit in der Conturineshöhle.

Daneben eine Holzplattform für ein Zelt und vor der provisorischen Absperrung eine weitere große Plattform für Tisch und Bänke. Ein 200 kg schweres Dieselaggregat, das etwa sieben Kilowatt Leistung erbringen konnte, versorgte uns mit Licht und heizte am Abend unser Biwak. Denn die Nächte in 2800 m Höhe sind auch im Sommer meist kalt. Selten gab es Temperaturen über 4° Celsius, nach Gewittern sank das Thermometer unter den Nullpunkt. Am Vormittag war von dieser Kälte noch nichts zu spüren. Solange das Sonnenlicht den Eingang erreichte, war es hier angenehm warm. In emsiger Tätigkeit wurden nun Vorbereitungen und Vorarbeiten getroffen: Zelt aufstellen, Dieselaggregat im Gang setzen, Küche und Biwak einrichten, Karbidlampen instand setzen usf. Erst dann war Zeit für einen ersten Höhlengang.
Als erste Grabungsstelle wurde jener ebene Gangabschnitt ausgewählt, wo Willy Costamoling die vielen freiliegenden Bärenschädel entdeckt hatte und den wir daher heute "Salf di Ces" / "Schädelhalle" nennen. Der Bodensinter ist hier eben und teilweise so glatt wie ein zugefrorener Teich. Darüber liegt eine vorne ganz dünne, nach hinten aber dicker werdende Sandschicht, die Steine und Knochen enthält.