Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Berg- und Schutzhütten in Alta Badia

Der Knochenstreit

Die Höhlenbären der Conturines

Vom Fuß der Taibunspitze sah Willy Costamoling zum ersten Mal das Portal der Conturines Höhle.

Viele Bärenhöhlen liegen in den am meisten abgelegenen Winkeln unserer Kalkalpen; deshalb finden wir sie sehr oft an Gemeinde-, Landes- und sogar Staatsgrenzen, weil der Mensch seine territorialen Grenzen über die unwirtlichsten und daher landwirtschaftlich nicht nutzbaren Grate und Bergkämme verlaufen lässt.
Die Conturineshöhle ist für mich das vierte Beispiel eines zwischen zwei Regionen entstandenen Streitobjektes, das mir bei den Höhlengrabungen unterkam. Wegen der Lage der Fossilfundstellen in den Sulzfluhhöhlen in Graubünden (Schweiz) drohte sogar ein zwischenstaatlicher Konflikt auszubrechen.

Auch die Conturines ist sozusagen ein Grenzberg - zwischen den Gemeinden S. Ciascian / St. Kassian (heute Großgemeinde Hochabtei) und Al Plan de Maréo / St. Vigil / Enneberg.
Die Gemeindegrenze verläuft über dem mächtigen Felskamm südlich des Kares Valun dles Avares, der Höhleneingang liegt eindeutig auf Enneberger Gebiet. Als dies der Bürgermeister von Enneberg, August Ties, von den Förstern aus Al Plan / St. Vigil erfuhr, ließ er den Großteil der von den Sammlern von S. Ciascian / St. Kassian, La Ila / Stern und Corvara gehorteten Höhlenbärenreste gerichtlich beschlagnahmen, die später dem Denkmalamt übergeben wurden. Natürlich verursachte diese Aktion eine gewisse Aufregung in den Dörfern des Gadertales. Einige dieser Höhlenbären-"Sammler" gaben freiwillig ihre "Schätze" her, andere sollen aus Angst vor einer Hausdurchsuchung die Schädel im Wald vergraben haben.
Was über die Lage des Höhleneinganges auch rasch Klarheit erlangt worden, der Gedanke, dass die Fossilfundstelle weit im Inneren der Höhle vielleicht schon auf St. Kassianer Gebiet liegen könnte, wurde weitergesponnen. Erst die Vermessung anlässlich der Grabung im Sommer 1988 ließ erkennen, dass die Höhle zur Gänze auf Enneberger Gebiet lieg.
Der Streit ist heute vergessen, und es bleibt zu hoffen, dass die Funde aus der Conturinshöhle (oder ein Teil von ihnen) in einem repräsentativen Museum irgendwo im Gadertal ausgestellt werden können.