Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Berg- und Schutzhütten in Alta Badia

Die Milankovitch-Kurve

Die Höhlenbären der Conturines
Vier Altersstadien von Höhlenbären-Unterkiefer.
Von oben nach unten:
1." BaRy "- Unterkiefer mit Milchbackenzahn;
2.Dauerzähne z. T. schon durchgebrochen
noch mit Milcheckzahn;
3. Letzter Backenzahn im Durchbruch.
4. Eckzahn im Durchbruch.

Währen sich die Eiszeitgliederung nach A. Penck (Günz, Mindel, Riß, Würm) in den zwanziger und dreißiger Jahren bei den Geologen immer mehr durchsetzte und schließlich den Eingang in die Schullehrbücher fand, gelang dies einer anderen Theorie nicht - ungerechterweise, wie wir heute wissen.
Der jugoslawische Astronom M. Milankovitch hatte ältere astronomische Hypothesen über die Entstehung der Eiszeiten aufgegriffen, durch neue Daten und Berechnungen ergänzt und die Theorie entworfen, dass der Wechsel von Kalt- und Warmzeiten auf Einflüsse der Planeten sowie von Sonne und Mond auf die Erde und ihre Bahn zurückzuführen sei. Die Gravitations-(Anziehungs-)Kräfte der erdnahen Himmelskörper überlagern sich rhythmisch, so dass sich zyklische Veränderungen ergeben, die in drei Parametern (=kennzeichnendes Maß) zusammengefasst werden.

1. Die Exzentrizität der elliptischen Erdbahn.
Die Ellipse nähert sich einmal mehr einem Kreis, zu anderen Zeiten verschmälert sie sich zu einer ausgeprägten Ellipse. Im ersten Fall werden die Unterschiede zwischen nördlicher und südlicher Halbkugel schwächer.
2. Die Neigung der Erdachse zur Erdbahn schwankt regelmäßig auf und ab. Steht die Achse steiler, verringern sich die Unterschiede zwischen Sommer und Winter, neigt sie sich, wird die "Saisonalität" stärker.
3. Die Lage des Frühlingspunktes (Lage der Erde auf der Erdbahn bei der Frühlings-Tagundnachtgleiche) in Bezug zum sonnennächsten Punkt der Erdbahn ist für die jahreszeitliche Verteilung der Sonneneinstrahlung von Bedeutung.

Aus diesen drei Parametern lassen sich für jeden Punkt der Erde und für jede Jahreszeit oder jeden Monat die Sonneneinstrahlungs-energien (cal/cm2) berechnen. Die so ermittelten Temperaturkurven zeigen eine periodische Wiederkehr von ausgeprägten Warmzeiten, wir nennen sie Interglaziale, liegen mehrere Kaltphasen (kühle Sommer, milde Winter), die wir für das Vorstoßen der Gletscher verantwortlich machen.
Aus der Periodizität der Klimageschichte ergab sich eine so hohe Zahl von Glazialen und Interglazialen (für das etwa 1,7 Millionen Jahre dauernde Pleistozän also 17 Glaziale und ebenso viele Interglaziale), dass dies für die Quartär-Geologen unannehmbar war. Außerdem, so wurde eingewendet, müsste die Rhythmik der Warm- und Kaltzeiten auch bis in das Tertiär zurückzuverfolgen sein, was mit den paläontologischen und geologischen Befunden nicht im Einklang stünde. Die Milankovitch-Theorie konnte sich damals nicht durchsetzen, auch nicht nach dem Jahre 1956, als Milankovitch eine verbesserte und ergänzte Fassung seiner Theorie in einem Vortrag in Wien zusammengefasst hatte. Die "Milankovitch-Kurven" wurden in den geologischen Vorlesungen als "historisch interessant" belächelt, aber als wissenschaftliche Diskussion abgelehnt.
Die glänzende Bestätigung, die völlig unerwartet aus einem ganz anderen Wissenszweig kam, hat in den letzten Jahren zu einer Renaissance der Milankovitch-Theorie geführt, die der Schöpfer dieser Theorie leider nicht mehr erlebt hat.