Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
Hoch oben in Alta Badia

Gönn dir eine erholsame Pause
an sportlich aktiven Tagen:

Berg- und Schutzhütten in Alta Badia

Der Oberkiefer-P4

Die Höhlenbären der Conturines

Entwicklungsschema des Oberkiefer-P4 der Höhlenbären.

Ausgehend vom dreihöckerigen Stadium A, das beim Deningerbären dominiert, werden im Laufe der letzten 300 Jahrtausende immer mehr zusätzliche Kauelemente wie Höcker und Schneidekanten gebildet bis zum höchstentwickelten Typ F, der erst im jüngsten Eiszeitalter auftritt. Die Evolutionsschritte werden mit Faktoren von 1 bis 5 bewertet.

Ganz ähnliche Vorgänge, wenn auch von einer ganz anderen Ausgangslage, finden wir beim letzten verbliebenen Oberkiefer-Vormahlzahn vor. Hier ist die Ausgangsform "A" dreihöckerig wie bei den meisten Raubtieren.
Zwischen dem Innenhöcker und dem hinteren Außenhöcker wird zunächst ein kleiner Höcker eingeschoben (Morphotyp B), ein weiterer zusätzlicher Höcker kann an der Basis des Innenhöckers entstehen (Morphotyp C). Schließlich verbinden sich alle diese Höcker zu einer Schneidekante, die in eine tiefe Kerbe des ersten Unterkiefer-Mahlzahns einrastet und so eine wirkungsvolle Quetsche bildet.
Das Auftreten und allmähliche Vermehren der "progressiven Typen" ereignet sich wie beim Unterkiefer-P4. Auch die Berechnung der Indices ist konform.

Das erstrebte Ziel dieses langwierigen Verfahrens war es, zu untersuchen, ob die Evolution dieser ausgewählten Zähne tatsächlich von der geologischen Zeit abhängig ist, so dass wir die Evolutionshöhe für die Zeitbestimmung verwenden können.
Das Diagramm auf der Abb. 27 zeigt besser als viele wortreiche Erklärungen, dass dieses Ziel erreicht wurde: Die Indexwerte des Oberkiefer-P4 und des Unterkiefer-P4 gegeneinander aufgetragen, ergeben für die vielen untersuchten Höhlenbärenfaunen z.T. auch für einzelne Fundschichten eine Anordnung längs einer S-förmigen Kurve. Absolute Altersangaben (gewonnen aus der Radiokarbon- und der Uran-Serien-Methode) bestätigen die Zeitabhängigkeit und eichen die Kurve.
Das geologische Alter der Conturinesbären kann aus der Evolutionshöhe der P4 abgelesen werden. Bevor wir dieses Ergebnis kommentieren, sollen einige Erklärungen zu den absoluten Datierungsmethoden eingeschoben werden.

Die Höhlenbären der Conturines

Letzte Oberkieferbackenzähne des Höhlenbären aus der Conturineshöhle.

Links: linker;
rechts: rechter.

Die Höhlenbären der Conturines