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Der Höhlenbär, ein Pflanzenfresser?

Die Höhlenbären der Conturines

Vergleich der Oberkiefergebisse eines Braunbären und eines Höhlenbären.

Die Höhlenbären der Conturines

Beachte das Fehlen der einhöckrigen Vormahlzähne und die Vergrößerung des hinteren Mahlzahnes beim Höhlenbären.

Wir deuten heute diese Unterschiede als eine höhere Anpassung des Gebisses an eine fast reine pflanzliche Ernährung.

Alle Entwicklungstendenzen deuten darauf hin, dass sich der Höhlenbär immer mehr an eine bestimmte Pflanzenkost gewöhnt hatte und nicht mehr in der Lage war, sich räuberisch zu ernähren. Auch die heutigen Braunbären ernähren sich vorwiegend von Früchten, Beeren, Nüssen, Kräutern, ja sogar von Gras. Daneben fressen sie auch Insekten und kleine Wirbeltiere.

Nur in Regionen, wo diese Nahrung ganz oder zeitweise fehlt, werden sie zu Jägern von Großsäugern wie Ren, Wildziegen oder Robben.

Dass die Nahrung des Höhlenbären hauptsächlich aus Almkräutern bestand, wissen wir aus den überlieferten Pollenkörnern, die man durch ein spezielles Verfahren aus dem Höhlenlehm gewinnt.

Es handelt sich um Pollen von insektenblütigen Pflanzen wie Korbblütlern (Disteln, Astern, Witwenblume, Flockenblume), Glockenblumen und Nelkengewächsen sowie Geranien u.a.

Die Pollenkörner werden nicht durch den Wind verfrachtet, sondern können nur vom Höhlenbären selbst in die Höhle gebracht worden sein. Diese Kräuter wachsen in naturbelassenen Räumen vorwiegend in der Nähe des Waldrandes; wo der Mensch durch die Weidewirtschaft eingegriffen hat, auch auf tiefer gelegenen Almwiesen.

Dort sind diese 30 bis 50 cm hohen Pflanzen (man nennt sie auch "Hochstaudenflur") auch beim Weidevieh sehr beliebt.

Die Höhlenbären der Conturines

Eckzähne des Höhlenbären aus der Conturineshöhle (stark verkleinert).
Beachte den Geschlechtsdimorphismus.
Obere Reihe: männliche;
Untere Reihe: weibliche Eckzähne

Die Höhlenbären der Conturines

Drei Penisknochen des Höhlenbären aus der Conturineshöhle. Viele Säugetiermännchen (Raubtiere, Nagetiere, Fledermäuse, Insektenfresser, Affen) haben einen eigenartig geformten Knochen an der Basis des Penis; die Funktion dieses beim Höhlenbären bis zu 30 cm langen Knochens ist umstritten.

Die Höhlenbären der Conturines

Stammbaum der wichtigsten Großbären. Ihre gemeinsame Stammform dürfte im Mittleren Miozän vor 15 Millionen Jahren gelebt haben; sie war omnivor (Allesfresser) wie die meisten der heutigen Bären. Mindestens zweimal entstanden in den Seitenlinien reine Fleischfresser (Eisbären und die ausgestorbenen Agriotherien) und reine Pflanzenfresser (Höhlenbär und Großer Panda).