Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Löwe oder Tiger?

Die Höhlenbären der Conturines

Der Höhlenlöwe von Conturines: Oberkiefer mit zwei Milchzähnen.
Unterkiefer mit Milchzahn und zwei Milchbackenzähnen, der erste Dauerzahn im Durchbruch. Mitte: Vergleichsstück, Unterkiefer eines ca. zweijährigen Königstigers.

Die systematische Zugehörigkeit bzw. die nächste Verwandtschaft ist umstritten. Drei Möglichkeiten sind denkbar.

Erste Möglichkeit: Der Höhlenlöwe war ein nächster Verwandter des heutigen Löwen (Panthera leo) und wird daher als Unterart betrachtet. Zoologisch muss er dann "Panthera leo spelaea" heißen. Gegen diese Theorie ist einzuwenden, dass die Höhlenlöwen sicherlich keine Rudeljäger waren und sich daher im Verhalten von den heute die Savannen und Steppen bewohnenden Löwen unterscheiden. Nach den altsteinzeitlichen Höhlenzeichnungen besaß das Männchen auch keine Mähne.

Zweite Möglichkeit: Der Höhlenlöwe war eigentlich ein Höhlen-"Tiger". Die Jagdmethode des Tigers als Einzeljäger entspricht viel eher einer gebirgsbewohnenden Raubkatze. Auch die z.T. gewaltigen Dimensionen kommen dem Tiger näher als dem kleineren Löwen. Nach der Tiger-Theorie müsste der Höhlenlöwe "Panthera tigris spelaea" heißen.

Dritte Möglichkeit: Der Höhlenlöwe hat einen eigenen Weg beschritten, indem er sich im Alt- oder Mittelpleistozän von den übrigen Großkatzen getrennt hat. Durch verschiedene Anpassungen im Verhalten und im äußeren Erscheinungsbild ist er ein Raubtier der gemäßigten und arktischen Zone geworden, ja, er konnte sogar die Hochgebirge bewohnen, wie der Fund von den Conturines beweist.
Wir neigen hier zur dritten Möglichkeit und betrachten den Höhlenlöwen als eine eigene Art mit der zoologischen Bezeichnung "Panthera spelaea".