Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Verwandtschaft und Herkunft

Die zoologische Familie der echten Bären (Ursidae), zu denen der Höhlenbär unzweifelhaft gehört, ist eine nur kleine Gruppe mit heute fünf Gattungen und insgesamt acht Arten. Sie lässt sich auf einen gemeinsamen Vorfahren im Miozän vor 20 bis 15 Millionen Jahren zurückführen: Ursavus (= Bären-Ahn), ein etwa wolfsgroßes Raubtier, das aber schon Allesfresser war. Schon im Miozän dürften sich vom zentralen Ursavus-Stamm mehrere Seitenlinien abgespalten haben, die entweder reine Fleischfresser wurden wie die Agriotherien oder hochspezialisierte Pflanzenfresser wie der Große Panda. Zu vergleichbaren Vorgängen kam es auch im Eiszeitalter: Vom omniveren (Allesfresser-)Stamm der Braunbären spaltete sich um etwa 1 Million Jahre vor heute die Höhlenbärenlinie ab; wenig später dürften sich die Eisbären abgesondert haben, die zur reinen Fleischkost (Robben und Fische) übergingen. Alle anderen Entwicklungslinien blieben omnivor: die Schwarzbären und Kragenbären in Nordamerika und Asien, die Brillenbären Südamerikas sowie Malaienbär und Lippenbär in Südasien. Die Evolution des Höhlenbären ist fossil gut belegt: Allgemeine Größenzunahme und Gebissanpassung an die nahe Pflanzenkost lassen sich schrittweise vom Etruskerbären über den Deningerbären zum jungeiszeitlichen Höhlenbären verfolgen. Die Artgrenzen zwischen diesen drei Arten können nur künstlich gezogen werden.