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Das mächtige Sinterpaket, dem die Höhlenbärenreste aufliegen, wurde nach einer ersten Uran-Thorium-Analyse mit
226.000 Jahren vor heute angegeben. Die Datierung der Sinterprobe nach der Uran-Serien-Methode wurde durch Dr. Ilse Steffan
und Dr. Eva Wild an der Universität Wien (Institut für Analytische Chemie bzw. für Radiumforschung und
Kernphysik) durchgeführt.
Der Sinter wurde also im Mittelpleistozän abgelagert und ist, weil nur eine Warmzeit für die Bildung so
mächtiger Tropfsteine in Frage kommt, wahrscheinlich dem vorletzten großen Interglazial zwischen 245.000 und
190.000 Jahren zuzuordnen.
Nach oben ist die Höhlenbärenzeit durch den Versuch einer 14C-Datierung beschränkt. Die ausgewählte
Knochenprobe eines Höhlenbären enthält schon so wenig Kohlenstoff 14, daß eine Berechnung des Alters
nicht mehr möglich ist. Eine ussage ist aber insofern möglich, daß ein Mindestalter angegeben werden kann:
"älter als 39.000 Jahre vor heute".
Die Höhlenbären haben die Conturineshöhle in einer warmen Klimaphase zwischen der vorletzten großen
Vereisung (Riß) und der mittleren Würm-Zeit bewohnt. Nach dem Verlauf des Klimakurven (s. Abb. 12) kommen
dafür vier Phasen in Frage:
A. Zwischen 130.000 und 120.000 Jahren, "Riß-Würm-Zeit" oder "Eem" genannt: Die
Sommertemperaturen erreichten in diesem Zeitraum extrem hohe Werte, die Winter waren äußerst kalt.
Dieser außerordentliche Klimaverlauf führte zur raschen Abschmelzung der Riß-Gletscher.
B. Zwischen 110.000 und 100.000 Jahren, die erste Wärmeschwankung im Frühwürm. Das Klima war im Vergleich zur
Riß-Würm-Zeit etwas gemäßigter, im Vergleich zum Heute waren die Sommer viel wärmer, die Winter
kälter.
C. Zwischen 90.000 und 80.000 Jahren, die zweite Wärmephase des Frühwürm. Das Klima verlief ähnlich wie
bei B.
D. Zwischen 64.000 und 50.000 Jahren: erster Teil des Mittelwürm-Wärmezeit, deren Existenz im Hochgebirge durch die
Grabungen in der Ramesch-Knochenhöhle im Toten Gebirge nachgewiesen wurde. Die zweite Phase der von uns provokant
"Ramesch-Interglazial" genannten Warmzeit kommt wegen des 14C-Datums nicht mehr in Frage.
Auch in dieser Phase, also mitten in der Würm-Kaltzeit, waren die Sommer wesentlich wärmer, die Winter kühler
und die Vegetationsperiode wegen der kurzlebigen Schneedecke besonders im Hochgebirge viel länger als heute.
Soweit zum derzeitigen Stand der physikalischen Zeitmessung. Im folgenden soll nun gezeigt werden, wie mit
paläontologischen Methoden eine zeitliche Einstufung erfolgen könnte.
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