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| Die Grabungen in der Conturineshöhle |
Schon knapp ein Jahr nach der Entdeckung fand die erste wissenschaftliche Grabung statt. Die Eile war
berechtigt, ja notwendig. Die Conturineshöhle war nur provisorisch verschlossen und daher
höchst gefährdet, von Raubgräben und Tropfsteindieben geplündert zu werden.
Es ist bewundernswert, wie rasch in Süpdtirol Entscheidungen getroffen, bürokratische Hürden
übersprungen und Finanzmittel bereitgestellt werden konnten. Einer grundsätzlichen Besprechung im
Winter 1988 im Denkmalamt der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol folgte schon im Juni desselben Jahres
eine Begehung der Höhle, bei der alle zuständigen Behörden und Institutionen (Denkmalamt,
Naturparkverwaltung, Forstverwaltung, Institut für Paläontologie der Universität Wien)
vertreten waren sowie der Höhlenentdecker Willy Costamoling. Wegen des langen Höhlenzustieges
hielten wir es für sinnvoll, ein Biwak in der Höhle einzurichten. Weiters war eine Stromversorgung
und eine Lichtleitung zu installieren. Um die eigentliche Grabungsausrüstung hatte sich unser Institut
zu kümmern, was wegen unserer vieljährigen Grabungspraxis in kalkalpinen Höhlen leicht zu
erfüllen war.
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Grabungsplan im Bereich der Grabungsstelle 1 (Schädelhalle)....
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Die erste Grabungswkampagne wurde dann für die este Septemberhälfte angesetzt und war für
zwei Wochen geplant. Als wir am 28. September anreisten und abends bei der Faneshütte eintrafen, waren
wir doch etwar skeptisch, ob alles so funktionieren würde, wie wir uns das gedacht hatten. Wir sahen
uns schon die schwere Ausrüstung stundenlang über steile Schutthalden hinaufschleppen, weil der
Hubschrauber nicht kommt oder wesentliche Dinge vergessen worden waren. Dann klappte aber alles ausgezeichnet.
Um 9 Uhr morgens, am 29. September 1988, kam pünktlich der Hubschrauber und brachte uns und die ganze
Ausrüstung in fünf Flügen zur Höhle. Tief beeindruckt vom Flug und der großartigen
Landschaft, standen wir vor der Höhle, als das Knattern des Hubschraubers verklang. Zu unserer
Überraschung waren alle Vorbereitungen aufs beste getroffen worden, was wir vor allem dem
Organisationstalent von Willy Costamoling zu verdanken haben. In der Eigangshalle war eine grün
gestrichene Biwakschachtel aufgestellt, wie sie für die Dolomiten typisch ist: Klappbetten für
neun Personen, ein schmaler Tisch und zwei sehr schmale Bänke.
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Zimmermannsarbeit in der Conturineshöhle.
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Daneben eine Holzplattform für ein Zelt und vor der provisorischen Absperrung eine weitere große
Plattform für Tisch und Bänke. Ein 200 kg schweres Dieselaggregat, das etwa sieben Kilowatt Leistung
erbringen konnte, versorgte uns mit Licht und heizte am Abend unser Biwak. Denn die Nächte in 2800 m
Höhe sind auch im Sommer meist kalt. Selten gab es Temperaturen über 4° Celsius, nach Gewittern
sank das Thermometer unter den Nullpunkt. Am Vormittag war von dieser Kälte noch nichts zu spüren.
Solange das Sonnenlicht den Eingang erreichte, war es hier angenehm warm. In emsiger Tätigkeit wurden nun
Vorbereitungen und Vorarbeiten getroffen: Zelt aufstellen, Dieselaggregat im Gang setzen, Küche und Biwak
einrichten, Karbidlampen instand setzen usf. Erst dann war Zeit für einen ersten Höhlengang.
Als erste Grabungsstelle wurde jener ebene Gangabschnitt ausgewählt, wo Willy Costamoling die vielen
freiliegenden Bärenschädel entdeckt hatte und den wir daher heute "Salf di
Ces" / "Schädelhalle" nennen. Der Bodensinter ist hier eben und teilweise so glatt wie
ein zugefrorener Teich. Darüber liegt eine vorne ganz dünne, nach hinten aber dicker werdende
Sandschicht, die Steine und Knochen enthält.
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Errichtung eines Standplatzes für das Stromaggregat.
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