Alte Bauernhöfe der typisch ladinischen Kultur aus Holz und Stein
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Berg- und Schutzhütten in Alta Badia

Die Bräuche in Alta Badia -
eine interessante und spannende Möglichkeit, die Ladiner in Südtirol kennenzulernen ...

Die Volksgruppe der Ladiner ist darum bemüht, die alten Bräuche, die oft mit religiösen Feiern oder Hochzeitszeremonien einhergehen, absolut originalgetreu zu überliefern. Hier finden Sie einige interessante Beispiele:

"Granara de saresc" oder "Granara dal belorì"

Bei der "Granara de saresc" handelt es sich um einen für den Palmsonntag typischen Brauch, bei dem die Kinder ihre aus den Zweigen eines speziellen Baumes gebundenen Besen mit in die Kirche bringen, um sie dort segnen zu lassen. Nach dem Kirchgang hängt jedes Kind seinen Besen zu Hause an den Zaun, damit die Familienangehörigen beschützt werden. Dabei ist es entscheidend, dass die sogenannte "granara" nicht auf den Boden fällt.

Pechè oder Cufé

In der Osterzeit spielen die Jungs der Gemeinde mit gefärbten Eiern "Cufé". Dabei wird das eigene Ei mit der Spitze auf die Spitze des gegnerischen Eis geschlagen. Gewinner ist, wem es gelingt, das eigene Ei nicht zu beschädigen. Als Belohnung bekommt er das Ei des Gegners. Ziel des Spiels ist es, so viele Eier wie möglich zu bekommen. Das Spiel ist auch bekannt unter dem ladinischen Namen "Segra dai Üs", was "Eierfest" bedeutet.

Jì a üs – Eiersammeln

Ostermontag begeben sich die jungen Männer des Ortes zu den jungen Frauen, um möglichst viele Eier zu sammeln Diese werden von den jungen Frauen nach folgendem System vergeben: 4 Eier, wenn der junge Mann ihnen unsympathisch ist, 6 Eier für den Geliebten und 12 Eier für den Verlobten. Entstanden ist dieser Brauch, weil hart gekochte Eier früher als Leckerbissen galten.

Festa de Santa Maria dal Ciüf

Das Fest Santa Maria dal Ciüf (Jungfrau Maria mit der Blume) wird am 15 August begangen. Für diesen Brauch sammeln die Bäuerinnen des Dorfes Heilkräuter in den Bergen und lassen sie in der Kirche segnen. Der Korb wird solange aufbewahrt bis das erste Unwetter naht und dann im Ofen verbrannt.

Le ćiaval y la iarina (Pferd und Henne)

"Ćiaval" bedeutet Pferd und "iarina", Henne. An Allerheiligen erhalten die Kinder jedes Jahr von ihren Paten süßes Brot, die Jungen in Form eines Pferdes, die Mädchen in Form einer Henne.

La donacia oder Poscignara

Am 6. Januar verkleiden sich die jungen Mädchen als alte Frauen und ziehen von Tür zu Tür, um Geister zu vertreiben und das soeben beendete Jahr auszukehren. Die "donacia" ist eine betagte Frau, die sehr alte Kleider trägt und stets einen Besen dabei hat. Sie trägt aber auch einen Korb auf dem Rücken, damit sie die bösen Kinder gleich mitnehmen kann. Außerdem hat sie einen Buckel, eine Hakennase und nur einen Zahn. Üblicherweise wird sie von den Dorfbewohnern mit Essen und Trinken versorgt.

Le tlocheradures

Die "crafuns da segra" sind eine Art Krapfen, deren Herstellung mit sehr viel Aufwand verbunden ist. Am Tag vor dem Kirchgang treffen sich die Frauen des Dorfes, um die Krapfen zu backen. Dann kommen die jungen Männer aus den Nachbardörfern und ziehen von Haus zu Haus, um sie zu probieren. Früher verkleideten sich die umherziehenden jungen Männer und zogen lärmend mit Töpfen, Glocken und Ziegenhörnern durch den Ort. Und natürlich gingen sie am liebsten zu den Höfen, wo die hübschesten Mädchen wohnten ...

EINIGE HOCHZEITSBRÄUCHE

Fortaies

Am Abend, wenn der Bräutigam wegen der Hochzeitsvorbereitungen ins Haus der Braut kommt, werden die "Fortaies", ein spiralförmiges, mit Puderzucker bestäubtes Gebäck aus Eiern, Mehl und Milch gereicht. Nun ist es an den Freunden des Bräutigams, den Nachbarsjungen oder anderen Bekannten, die "Fortaies" zu stehlen.

Parada & fà la sarada

Am Hochzeitstag setzen die Freunde des Bräutigams vor der Kirche, in der die Trauung stattfindet, Episoden aus seinem Leben in Szene. Der Braut soll so gezeigt werden, dass sie sich für den Falschen entschieden hat. Aufgabe der Trauzeugen der Braut ist es, den Weg freizukaufen.

Federhüte

Junge Frauen, die auf einer Hochzeit eingeladen sind, haben hierbei möglicherweise auch Gelegenheit, ihren zukünftigen Ehemann kennenzulernen. Damit es allerdings keine Missverständnisse gibt, tragen unverheiratete junge Männer eindeutige Erkennungszeichen: Alle Hochzeitsgäste erhalten eine Blume fürs Knopfloch, die verheiratete Männer in das rechte und ledige in das linke stecken. Alle unverheirateten Männer tragen zudem einen Hut mit langen, bunten Federn.

Barbücia und Ciora müla

Die "barbücia" ist eine Blume aus grüner Wolle, die den ledigen älteren Geschwistern der Brautleute verkauft wird. Die "ćiora müla" hingegen ist eine Ziege und wird an den älteren, unverheirateten Bruder der Braut verkauft. Die Verkäufer von "barbücia" und "ćiora müla" sind junge Leute des Dorfes, die sich eigens zu dieser Gelegenheit verkleiden. Wer "barbücia" oder "ćiora müla" kauft, gibt sich öffentlich als "müt vedi", als Hagestolz oder als "müta vedla", alte Jungfer zu erkennen.

Tò la nöcia oder rubè la nöcia

Bei Hochzeiten ist es Brauch, dass die Braut von Freunden entführt wird. Sie wird in die verschiedenen Gasthäuser des Ortes "verschleppt", wo getanzt, gegessen und getrunken wird. Der Bräutigam wartet mit den Hochzeitsgästen auf die Rückkehr der Braut, muss sie aber in der Zwischenzeit in allen Gasthäusern des Ortes suchen und immer wieder die Rechnung bezahlen.