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Die Altersstruktur der Conturinesbären

Die Höhlenbären der Conturines

Ein Sinterbohrkern vom Salf di Ces erreicht (zusammengesetzt) eine Länge von 195 cm.

Die Frage, in welcher Jahreszeit die Bären in der Höhle geweilt hätten, können wir an den fossilen Höhlenbären beantworten. Damit kommen wir zum ersten Mal direkt auf die bei den Grabungen geborgenen Funde zu sprechen.
Die mit Felsblöcken und Schutt durchmischten Sande enthalten in großer Zahl kleinere Knochen, viele Bruchstücke, aber auch viele Einzelzähne. Besonders häufig fanden wir die Milcheckzähne der Höhlenbären. Aus den Grabungen 1988 und 1989 liegen fast 500 Stücke vor, die verschiedenen Altersstadien angehören. Die überwiegende Mehrheit, nämlich 90 Prozent der Milcheckzähne sind beim Zahnwechsel ausgefallen. Wir erkennen dies an Auflösungsspuren an der Wurzel. Das Zahnbein wird hier abgebaut, so dass der Zahn seinen Halt im Kiefer verliert, ausfällt und dem rasch nachfolgenden viel größeren Dauereckzahn Platz macht.

Der Ausfall der Milcheckzähne erfolgt bei den heutigen Braunbären im Sommer des zweiten Jahres. Wir dürfen eine ähnliche Zeit auch für den Höhlenbären annehmen, da ein Zahnwechsel während des Winterschlafes ganz unwahrscheinlich ist.
Die hohe Zahl der ausgefallenen Milchzähne, aber auch die Kiefer- und Knochenreste juveniler Bären sprechen dafür, dass die Höhlenbärinnen zumindest zwei Jahre lang ihre Jungen in der Höhle und ihrer Umgebung in Obhut hatten und dass für die Bären genug Nahrung in der näheren Umgebung vorhanden war. Und das führt uns wieder zu dem Schluss, dass das Klima der Höhlenbärenzeit zumindest im Bereich der Conturines wärmer war als heute. Auffällig ist auch, dass Reste von alten Tieren mit sehr stark abgebauten Zähnen nicht vorkommen. Konnten senile, d.h. sehr alte Tiere die hochgelegenen Höhlen nicht mehr aufsuchen? Oder starben die Conturinesbären schon in relativ jungen Jahren?
Diesen Fragen soll bei der nun begonnenen Aufarbeitung des Fundgutes auf den Grund gegangen werden.