Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Geburt und Aufzucht der Jungen

Die Höhlenbären der Conturines

Vermutete Deposition eines Höhlenbärenschädels durch den paläolithischen Menschen in der Petershöhle bei Velden in Oberfranken. (nach Hörmann)

Braunbärinnen setzen ihre ein bis drei Jungen im Frühwinter, Dezember oder Jänner, also während des Winterschlafes.
Auch für die Höhlenbären wird vermutet, dass die Geburt im Winter stattfand. Die im Verhältnis winzigen Neugeborenen - sie wogen nur ein Tausendstel eines erwachsenen Bären - wuchsen die ersten Monate im Dunkel der Höhle heran. Gegen die Kälte wurden sie vom dicken Fell ihrer Mutter geschützt.

Diese Zeit war für die Mütter und ihre Kinder die härteste des ganzen Jahres, und viele Bärenkinder starben schon nach wenigen Tagen und Wochen, wie die oft zahlreichen neonaten (neugeborenen) Skelettreste in vielen Höhlen beweisen.

Die Höhlenbären der Conturines

Der Hubschrauberlandeplatz knapp unterhalb der Conturineshöhle.

Die Muttertiere mussten mit ihrem im Sommer angelegten Fettspeicher nicht nur sich selbst über den langen Winter bringen, sondern auch die heranwachsenden Embryos ernähren und nach der Geburt ihre Kinder mit Milch versorgen. Wenn nun ein Winter besonders lang war, führte der Mangel an Energie dazu, daß die schwächeren Jungen starben, bevor sie das Licht der Welt erblickten.
Aber auch für die erwachsenen Bären sind die langen Winter Krisenzeiten. Kranke, schwache und alte Höhlenbären starben während ihres Winterschlafes. Die Massenhäufungen von Knochen ist darauf und auf die lange Zeit (viele Tausende von Jahren) zurückzuführen, in der viele Höhlen vom Bären bewohnt waren.
Erst wenn der Schnee geschmolzen war und die ersten Frühjahrskräuter dem aufgetauten Boden entsprossen, gab es wieder Futter für die Bären.

Weil das Frühjahr im Hochgebirge erst im Mai beginnt, wird auch vermutet, dass die Wurfzeit bei den Höhlenbären bis in den März hinausgeschoben war, so dass die Bärinnen und somit auch ihre Kinder früher frisches Futter bekommen konnten. Der kurze Bergsommer musste nun voll genützt werden, um durch die Aufnahme von möglichst hochwertiger Nahrung jene Fettschicht aufbauen zu können, die für den nächsten Winter gebraucht wurde. Auch bei Bärenkinder, die nicht nur dieses erste Jahr, sondern auch die zwei folgenden bei ihrer Mutter blieben, mussten für den nächsten Winterschlaf gerüstet sein.
Aus manchen Bärenhöhlen liegen Beweise vor, dass die Höhlenbärinnen und ihre Kinder auch im Sommer ihre Höhle immer wieder aufsuchten. Ob das auch bei der Conturineshöhle der Falle war?