Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Sinter, Sand und Knochen

Die Höhlenbären der Conturines

Im sog. Standardprofil werden die
Erkenntnisse aus den Detailprofilen
zusammengefasst. Aus diesem Profil
können mindestens sieben Phasen
herausgelesen werden:
1. Ablagerung des geschichteten
Bodensinters;
2. Erosionsphase: Sinterplatten
wurden transportiert;
3. Ablagerung fossilleerer Sande;
4. Erosionsphase: Der Sand wurde
teilweise abtransportiert;
5. Die Fossilschicht (Sand mit Steinen
und Knochen) wurde abgelagert;
6. Erosionsphase: Durch fließendes Wasser
entstehen Rinnen in der Fossilschicht;
7. Die Rinnen wurden mit fossilleerem
Sand gefüllt.

Am Beginn jeder Grabung steht die Frage nach der "Mächtigkeit" (gemeint ist die Dicke) der fossilführenden Sedimente und dem Aufbau des ganzen Sand- Lehm- oder Schuttpaketes.

Die ersten und wichtigsten Erkenntnisse über die Geschichte der Höhlenablagerungen können schon bei der Grabung gewonnen werden. Dazu werden in Form eines Probeschurfes ein oder besser mehrere Quadranten abgegraben, wobei darauf geachtet wird, dass die Grenzwände möglichst senkrecht stehenbleiben.

Im Idealfall - wenn die Schichten horizontal abgelagert wurden - erhalten wir so einen Querschnitt durch das Schichtpaket, und zwar senkrecht zur Ablagerungsrichtung. In derartigen Querschnitten, wir nennen sie "Profile", versucht nun der Geologe oder Paläontologe wie in einem Buch zu lesen, um die zeitliche Abfolge der Schichten zu rekonstruieren und eventuelle Störungen, wie z.B. Erosions- und Wiederauffindungsphasen, zu erkennen.

Es bedarf mehrerer solcher quer- und längslaufender Profile, bis die Schichtenfolge und Schichtenlage so weit bekannt ist, um ein sogenanntes "Standardprofil" zu entwerfen, in dem man die Ablagerungsgeschichte vereinfacht zusammenfasst (s. Abb. 18).

Folgende Aussagen sind jedoch möglich:

- Auf der Höhlensole wurde ein fast zwei Meter mächtiges Paket aus fein geschichtetem Sinter abgelagert.

- Auf der glatten, fast horizontalen Sinteroberfläche liegen an manchen Bereichen graue, gelbe, auch rötliche Sande ohne Fossilien. Eine Erosionsphase hat diese wahrscheinlich ursprünglich durchgehende Schicht z.T. ausgeräumt.

- Darüber liegt die knochenführende Schicht: ein gelbgrauer Dolomit-Feinsand, durchsetzt mit vielen größeren und kleineren nicht gerundeten Dolomitstücken sowie vielen kleinen Knochen, Knochenfragmenten und Zähnen. Nach allen bisherigen Beobachtungen liegen diese Knochen auf sekundärer Lagerstätte, d.h., sie wurden durch fließendes Wasser in einem Sand-Schutt-Gemisch zumindest ein kurzes Stück transportiert.

- An manchen Stellen haben sich - durch die Wirkung fließender Gewässer - Erosionsrinnen in den fossilführenden Sand eingetieft; sie wurden in einer späteren Phase mit einem grauen fossil- und fast steinleeren Sand aufgefüllt.

Damit ist die Sedimentationsgeschichte in des Schädelhalle abgeschlossen. In der großen Halle haben sich danach noch mächtige Deckenstürze ereignet, so dass dort die fossilführenden Schichten z.T. durch grobes Blockwerk verdeckt sind.

Die Höhlenbären der Conturines

Die wichtigsten Vorkommen der "hochalpinen
Kleinform des Höhlenbären" in den Alpen.
1 = Hartlesgrabenhöhle;
2 = Ramesch-Knochenhöhle;
3 = Brieglersberghöhle;
4 = Salzofenhöhle;
5 = Schreiberwandhöhle;
6 = Conturineshöhle;
7 = Sulzfluh-Höhlen;
8 = Wildkirchli;
9 = Wildenmannlisloch;
10 = Drachenloch bei Vättis.