Blick auf den Schädel des Ursus Speleus
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Berg- und Schutzhütten in Alta Badia

Der Weg zur Höhle

Die Höhlenbären der Conturines

Valun Blanch vom Limojoch, von links nach rechts: Furcia Rossa, Monte Castello, Monte Ciaval, Pizes Ciampestrin.

Die Höhlenbären der Conturines

Am Eingang ins Valun Blanch.
Blick nach SW gegen Conturines (links) und Lavarela.

Zu den interessanten Fragen, die hier gelöst werden sollen, gehört das Problem des einstigen Klimas. Höhlenbären waren reine Pflanzenfresser, die den alpinen Winter im Winterschlaf überdauern mussten.
Dazu suchten sie Höhlen auf, die mit ihrer gleichbleibenden Temperatur nicht nur Schutz boten, sondern auch die Möglichkeit, Energie zu sparen - Energie, die sie im Sommer in einem Fettvorrat angefressen hatten. Die Conturineshöhle war, wie wir heute wissen, nicht nur Überwinterungsplatz, sondern auch Wurfplatz. Im Winter (wahrscheinlich erst im März) kamen die Jungen zur Welt. Die Bärenmutter musste nun nicht nur für sich, sondern auch für die Aufzucht über genügend Fettreserven verfügen, um die rettende Frühjahrszeit zu erleben, in der es wieder frisches Grünfutter gab.

Es scheint ganz unwahrscheinlich, dass die Höhlenbären bei den heutigen Klimabedingungen in dieser Höhle so lange ausgeharrt hätten. Die nächste Äsungsfläche liegt heute 500 bis 600 Meter unterhalb der Höhle. Was ein anfangs mehrmaliger täglicher Auf- und Abstieg für die Bärin, später auch für die jungen Bären bedeuten hätte, kann man am besten erahnen, wenn man selbst zu Fuß zur Höhle hinaufsteigt - eine gemütliche Wanderung für den trainierten Bergsteiger, eine mühsame Strapaze für den völlig Ungeübten.
Zwei Ausgangspunkte können angegeben werden: Von der Capanna Alpina bei S. Ciascian / St. Kassian steigt der kürzere, aber steilere Weg hinauf zum Côl de Locia (45 Min.), wo der eigentliche weglose Höhlenanstieg beginnt.

Die Höhlenbären der Conturines

Der Monte Castello im Valun Blanch.

Die Höhlenbären der Conturines

Zirbe auf der Großen Fanesalm.
Blick nach Norden zur Pareispitze.

Gemütlicher und landschaftlich schöner ist der Dolomiten-Weitwanderweg Nr. 1, der von der Faneshütte (aus dem Rautal, Pederühütte mit Taxi erreichbar) über Limopaß, Große Fanesalm, Tadegajoch, Plan de Ciaulonch und Plan de Sümoroner in 1 bis 1 1/2 Stunden zum Côl de Locia führt, einem kleinen Aussichtsplatz zwischen Conturines und Fanesspitzen.
Nun gilt es, den Bach zu überschreiten, was nur im Frühsommer Schwierigkeiten bereiten dürfte. Durch ein breites Bachbett steigen wir nun an, bis eine Unterbrechung zu einer Linksschleife zwingt, die durch eine Latschenzone führt. Oben setzt sich das meist wasserlose Bachbett fort; es endet am Fuß einer senkrechten Wand, über die nach Unwettern oder im Frühjahr ein mächtiger Wasserschwall herunterfällt. Wieder sind wir gezwungen, nach links auszuweichen.

Durch eine Schuttrinne - mühsam zwischen den Latschen - geht es empor, dann unter der gelben überhängenden Wand über losen Schutt schräg rechts auf einen mit kümmerlichen Latschen bewachsenen Rücken. Nun haben wir, etwa eine 1/2 Stunde oberhalb des Côl de Locia, die Vegetationsgrenze erreicht. Noch trennen und 500 Meter Schutt und Fels vom Höhleneingang. Aber auch hier könnte eine Bärenfamilie heute keinen Tag ihr Auslangen finde.
Auf den schuttbedeckten oder gar felsigen Flanken gibt es nur spärlichen Bewuchs.
Der weitere Weg ist von hier gut überschaubar. Die steilen Schuttflächen des mittleren Kares müssen nun erklommen werden, bis eine schwarze Wandstufe den Weiterweg zu versperren scheint. Schräg nach links aufwärts ziehende Bänder ermöglichen einen leichten Durchstieg in das obere Kar, bei Vereisung verlangt dieses Stück große Vorsicht.

Wenn wir auch diesen Sperrriegel überwunden haben, stehen wir bald danach auf der Schwelle des letzten Kares und erblicken das große Höhlenportal unter der schwarzgelben Wand.
Eine zumindest kurze Rast scheint hier angebracht; ein Rundblick zeigt uns im Osten den Ciampestrinkamm und die Fanesspitzen, im Norden die rötlichen Felsen der Hohen Gaisl. Beeindruckend auch das vor uns liegende Kar, eine riesige schutterfüllte Steinschüssel. Keine Rasenstreifen zwischen den Schuttstreifen, nur Fels, Schutt und Schnee.
Es erscheint und hier ganz unwahrscheinlich, dass dieses Kar zur Zeit der Höhlenbären eine Steinwüste war wie heute. Mühsam sind die letzten 150 Meter durch den losen Schutt und Kies nach dem Motto "drei Schritte vor und zwei zurück".